Nikon FM2n vs FE2 – ein kurzer Vergleich

Endlich ist sie da … meine FE2. Nachdem ich schon eine Weile die FM2n testen konnte, ist nun auch eine FE2 zu meiner Sammlung dazugekommen. Wie sich die beiden unterscheiden bzw. was sie gemeinsam haben, möchte ich hier aufzeigen.

Die Nikon FE2
Die Nikon FE2

Beide Kameras sind in den frühen 80er Jahren auf den Markt gekommen (FE2 gebaut von 1983 bis 1989; FM2(n) von 1983 bis 2001) und gehörten zur damaligen Semi-Professional-Serie.

Die Nikon FM2n
Die Nikon FM2n

Grundsätzlich ist die FM2n, sowie deren Vorgänger die FM2 und FM, eine rein mechanische Kamera, die lediglich eine Batterie für den Belichtungsmesser benötigt. Die FE2 hingegen benötigt die Batterie für den eletronisch gesteuerten Verschluß sowie den Belichtungsmesser. Es gibt allerdings eine Einstellung, bei der man die FE2 auch mit 1/250 Sekunde manuell auslösen kann. Diese Zeit läuft dann völlig mechanisch, sprich ohne Batterie ab.

manuelle 1/250 Sekunde an der FE2
manuelle 1/250 Sekunde an der FE2

Äussere Gemeinsamkeiten und Unterschiede:

Von vorne, hinten, unten und von der Seite unterscheiden sich die beiden Kameras nicht sonderlich. Von oben betrachtet, sieht die FM2n zunächst etwas „aufgeräumter“ oder auch schlichter aus. Die FE2 wirkt etwas „professioneller“ da eine weitere Zahlenskala auf der linken Seite angebracht ist. Bei genauer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass lediglich die Einstellmöglichkeit der Filmempfindlichkeit (ISO) auf die gegenüberliegende Seite gewandert ist. Bei der FE2 lässt sich allerdings eine Belichtungskorrektur von +/- zwei Blenden einstellen.

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FE2 vs FM2
Rückansicht von FE2 und FM2
Rückansicht von FE2 und FM2
von unten
von unten

Beide Kameras haben Belichtungszeiten von einer bis zu 1/4000 Sekunde gemeinsam, sowie einen Bulb-Modus (B) bei dem der Verschluß so lange offen bleibt, wie der Auslöser gedrückt bleibt. Zusätzlich kann die FE2 noch 2, 4 und 8 Sekunden belichten und besitzt die bereits erwähnte manuelle 1/250 Sekunde. Ein ganz entscheidender Unterschied zur FM2n ist der „A“-Modus der FE2, sprich es gibt eine Zeitautomatik, bei der die Kamera selbst die Belichtungszeit bestimmt.

Die etwas "aufgeräumtere" FM2n
Die etwas „aufgeräumtere“ FM2n
Die FE2 von oben
Die FE2 von oben

Wie bereits oben erwähnt, funktioniert die FM2 auch ohne Batterie. Hat man also einen Handbelichtungsmesser oder befolgt die lustige Sunny-16-rule oder sowas wie „Die Sonne lacht, Blende 8“, dann braucht man keine Batterie einlegen, bzw kann auch noch weiter fotografieren, wenn die Batterie leer ist.

Nicht auf den ersten Blick zu sehen, ist der Belichtungsspeicher der FE2. Dazu drückt man den Hebel, der normalerweise für den Selbstauslöser gedacht ist, einfach Richtung Objektiv und schon wird die gemessene Belichtungzeit gespeichert (funktioniert nur im „A-Modus“).  Der Hebel der FM2 lässte sich auch zum Objektiv hin drücken, ist aber dann anschließend kaputt. Funktioniert daher nur einmal und speichert auch keine Belichtungszeit. Also besser sein lassen!!!

Der Belichtungsspeicher der FE2
Der Belichtungsspeicher der FE2

Nur so nebenbei: Mit einer Blitzsynchronzeit von 1/250 Sekunde arbeiten beide Kameras schneller als eine Canon EOS 5D Mark II (1/200sec).

Inneres (speziell der Sucher)

Der Sucher der beiden Kameras zeigt 93% des Fotos was bei einer Aufnahme entsteht. Beide Sucher haben am oberen Rand ein Fenster in dem man die eingestellte Blende am Objektiv ablesen kann. Die FM2n zeigt auf der linken Seite die eingestellte Belichtungszeit und auf der rechten Seite in Form von drei LED’s wie es um die korrekte Belichtung steht (sehr rudimentär, aber so ist die ganze Kamera). Die FE2 besitzt im Gegensatz dazu eine Skala die mit Hilfe eines Verschlußzeiten- bzw Betriebsartenanzeigers und einer Meßnadel zu einer korrekten Belichtung führt. Man sieht also schneller, wie „weit“ man noch von der richtigen Belichtung „entfernt“ ist.

Vorteile der beiden Kameras:

FM2n:

  • rein mechanische Kamera
  • schlicht, weniger Bedienelemente
  • funktioniert auch bei tiefsten Temperaturen

FE2:

  • A-Modus (Zeitautomatik)
  • 2, 4 und 8 Sekunden Belichtungszeit über Einstellrad möglich
  • Belichtungskorrektur von +/- 2 Blenden

Fazit:

Fährt man nicht zum Nordpol (obwohl es da ja auch immer wärmer wird) und braucht die mögliche Einsatztemperatur der FM2 von bis zu -40 Grad Celsius, spielt es eigentlich keine Rolle für welche Kamera man sich entscheidet. Die Batterien, welche beide Kameras benötigen findet man im 10er Pack für 1,50 Euro im Internet. Somit sind sie auch kein Argument gegen die FE2.

Die FM2n ist eine rein mechanische Kamera und hat keinerlei Automatiken. Sie ist also etwas für den Hardcore-Old-School-Fotografen. Die FE2 bietet einen Zeitautomatik-Hausfrauenmodus bei dem man nur das Scharfstellen nicht vergessen darf. Okay, das war jetzt gemein, den Hausfrauen gegenüber.

Mir persönlich gefällt die Nadel des FE2 Belichtungsmessers besser, als die LED’s der FM2. Die schlichte Oberseite der FM2 ist allerdings wieder ein Pluspunkt für die rein manuelle Kamera.

Für welche auch immer man sich entscheidet, beide Kameras sind aus Metall, super verarbeitet, wunderschön designed, einfach zu bedienen, robust und für die Ewigkeit gemacht.

Ein besonderer Dank:

Da ich nun schon ein paar tolle Artikel von Herrn Michalke bekommen habe, finde ich es nur fair auch anderen diesen Tip kund zu tun. Solltet ihr also auch eine dieser beiden tollen Kameras oder andere Nikon Klassiker suchen, seid ihr hier wirklich gut aufgehoben:

http://nikonclassics-michalke.de

Viel Spaß beim selber Testen!

 

 

 

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